Das lange Warten auf ein Baby.
Was können Sie tun?

Sie und Ihr Partner wünschen sich ein Baby, Sie fühlen sich bereit für eine eigene Familie, der Zeitpunkt erscheint richtig – doch nichts passiert. Jeden Monat hoffen Sie aufs Neue, und jeden Monat müssen Sie die gleiche Enttäuschung erleben.

Vielleicht ein erster Trost: Auch wenn die Welt voller Schwangerer, neugeborener Babys und glücklicher Familien zu sein scheint – Sie sind mit Ihrer Sorge nicht allein. Jedes achte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos.

Noch vor wenigen Jahrzehnten mussten betroffene Paare ihre Kinderlosigkeit meist als unabänderliches Schicksal akzeptieren. Heute kann die moderne Medizin vielen von ihnen helfen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit erkannt werden. Diese können beim Mann, bei der Frau oder auch bei beiden Partnern liegen. Deshalb sollten sich immer beide Partner untersuchen lassen.

Was viele nicht wissen: Fruchtbarkeitsstörungen können auch genetische Ursachen haben.

Ursachen & OAT-Syndrom

Wenn das Baby nicht kommt: Wir suchen mit Ihnen nach den Gründen

Die häufigste genetische Ursache für unerfüllten Kinderwunsch ist eine Veränderung der Chromosomen: Bei drei von hundert betroffenen Paaren wird bei Mann oder Frau eine Abweichung festgestellt. Neben einer Veränderung der Geschlechtschromosomen kann dies eine sogenannte balancierte Chromosomentranslokation sein.

Das bedeutet: Bei der Untersuchung der Zellkerne werden Chromosomenpaare gefunden, bei denen kleine Abschnitte wechselseitig ausgetauscht sind (Translokation). Das hatte zwar keine Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit des betroffenen Partners. Anders aber ist die Situation, wenn er oder sie selbst ein Kind bekommen möchte. Denn bei der Bildung von Ei- oder Samenzelle und der damit verbundenen Aufteilung der Chromosomen kann es nun zu Fehlkombinationen kommen (unbalancierte Translokation). Dann wird eine Befruchtung zwar möglich, doch fast immer ist bereits die früheste embryonale Entwicklung gestört – die befruchtete Eizelle nistet sich nicht in der Gebärmutter ein. Sollte die Schwangerschaft weiter bestehen, wird das Baby in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung eingeschränkt sein.

Grundsätzlich empfehlen wir allen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch eine Chromosomenuntersuchung. Dafür reicht eine einfache Blutabnahme.


Wann sollten Sie sich untersuchen lassen?

Von Unfruchtbarkeit (Infertilität / Subfertilität) spricht man, wenn auch zwei Jahre nach Absetzen von Verhütungsmitteln keine Schwangerschaft eingetreten ist. Spätestens dann sollten die Partner sich untersuchen lassen. Die Erfahrung zeigt aber: Besser ist es, bereits nach einem Jahr Unterstützung zu suchen. Das ermöglicht, Störungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Außerdem: Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Stress baut sich bei den Partnern auf. Psychischer Druck wirkt sich negativ auf die Beziehung und die Fruchtbarkeit aus.


Das OAT-Syndrom: Was steckt dahinter?

Heute ist es vollkommen selbstverständlich, dass sich auch der Mann untersuchen lässt, wenn ein Paar ungewollt kein Baby bekommt. Durch eine Untersuchung des Spermas kann festgestellt werden, ob das OAT-Syndrom (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) Ursache der Kinderlosigkeit ist.

Das bedeutet: Die Anzahl der Samenzellen ist deutlich verringert (Oligospermie) oder es sind gar keine Spermien (Azoospermie) im Ejakulat nachzuweisen; außerdem können die Beweglichkeit (Asthenospermie) oder die Form (Teratospermie) der Spermien verändert sein.

Für die Behandlung des OAT-Syndroms kommen heute mehrere Möglichkeiten in Frage. Doch bevor die Entscheidung für ein bestimmtes Verfahren getroffen werden kann, sollte der Befund genauer geklärt werden. Bei einer sehr niedrigen Spermienkonzentration (unter fünf Millionen Spermien pro ml) ist zum Beispiel ein Bluttest wichtig, mit dem geklärt werden kann, ob im Erbgut des Mannes Teile des Y-Chromosoms fehlen (AZF-Deletionen).

Eine weitere sehr wichtige Untersuchung: Heute weiß man, dass die Kinder von Männern mit einer schweren Oligozoospermie oder Azoospermie ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an Mukoviszidose zu erkranken. Das ist eine schwerwiegende Erkrankung, insbesondere der Lunge und der Bauchspeicheldrüse. Dieses Risiko sollte durch einen Bluttest ausgeschlossen bzw. erkannt werden, bevor eine Fruchtbarkeitsbehandlung geplant wird.

Diagnose

So können wir Ihnen helfen

Verschiedene Diagnoseverfahrenmachen es heute möglich, genetische Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches aufzuspüren. Außerdem können erhöhte Risiken für angeborene Krankheiten oder Behinderungen des Babys erkannt werden. Der erste Schritt ist, dass Sie und Ihr Partner sich genetisch beraten lassen. Im Rahmen dieser Beratung nehmen sich speziell ausgebildete Ärzte Zeit für Ihre Fragen und Bedürfnisse:

  • Wir erheben Ihre persönliche und familiäre gesundheitliche Vorgeschichte (Anamnese) und bewerten vorliegende ärztliche Befunde bzw. Befundberichte
  • Wir informieren Sie über mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von ungewollter Kinderlosigkeit
  • Wir erläutern Ihnen, welche genetischen Ursachen vorliegen können und wie sie erkannt werden
  • Wir erklären Ihnen ausführlich den Ablauf der unterschiedlichen, in Frage kommenden Untersuchungen

Patientenflyer
Unerfüllter Kinderwunsch
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Für Fragen

Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen auch persönlich zur Verfügung unter Telefon 0731 984900