Brustkrebs kann genetische Ursachen haben!

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkankung bei Frauen in westlichen Industrieländern – jedes Jahr werden in Deutschland rund 74 500 Frauen mit dieser Diagnose konfrontiert.

Treten in einer Familie Brustkrebserkrankungen häufiger oder auch früher auf, als statistisch zu erwarten wäre, kann eine erbliche Form der Krankheit vorliegen. Experten schätzen, dass dies etwa fünf bis 10 Prozent aller Fälle betrifft.

Zu einer optimalen Krebsvorsorge gehört das frühzeitige Erkennen einer möglichen erblichen Belastung. Hier möchten wir Sie darüber informieren, welche Diagnostik sinnvoll ist und was dabei geschieht.

Genetische Risiken & Gentest

Brustkrebs: Verdachtsmomente, die geklärt werden sollten

Bei folgenden familiären Konstellationen besteht ein Verdacht auf erblichen Brustkrebs und somit eine Indikation für die genetische Diagnostik:

  • Drei oder mehr Frauen aus Ihrer Familie (gleiche Linie) sind an Brustkrebs erkrankt, unabhängig vom Alter.
  • Zwei Frauen aus Ihrer Familie sind an Brustkrebs erkrankt, eine davon vor dem 51. Lebensjahr.
  • Zwei oder mehr Frauen aus Ihrer Familie sind an Eierstockkrebs erkrankt.
  • In Ihrer Familie sind eine Frau an Brustkrebs und eine Frau an Eierstockkrebs oder eine Frau an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt.
  • Eine Frau aus Ihrer Familie ist an beidseitigem Brustkrebs erkrankt, wobei der erste Brustkrebs vor dem 51. Lebensjahr aufgetreten ist.
  • Ein Mann in Ihrer Familie ist an Brustkrebs und eine Frau ist an  Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt.

Brustkrebs: Gentest – ein Bluttest kann Klarheit bringen

Für eine familiäre Veranlagung für Brust- bezw Eierstockkrebs spielen das BRCA1- und das BRCA2-Gen eine besondere Rolle. Sie gehören zu den Genen, die für die Reparatur unserer Erbsubstanz verantwortlich sind. Eine Veränderung (Mutation), die zum Funktionsverlust eines BRCA-Gen führt, erhöht deutlich das Risiko für die Entstehung von Brust- bezw. Eierstockkrebs.

Für eine Analyse des BRCA1- und des BRCA2-Gens genügt eine Blutprobe. Aus ihr wird das Erbmaterial (DNA) gewonnen. Mögliche Mutationen dieser Gene können im Labor durch molekulargenetische Untersuchungen nachgewiesen werden. Bei bereits an Brustkrebs erkrankten Patientinnen kann mit großer Sicherheit bestimmt werden, ob eine erbliche Ursache vorliegt oder nicht. Komplexer ist die Durchführung der Mutationsanalyse bei nicht erkrankten Ratsuchenden, die aufgrund ihrer Familiengeschichte ihr persönliches Risiko abschätzen lassen möchten. In diesen Fällen müssen gelegentlich auch Blutproben anderer Familienmitglieder untersucht werden.

Die Kosten für die molekulargenetische Diagnostik und die Genetische Beratung werden von den Krankenkassen übernommen.

Wichtig: Das Ergebnis der Untersuchung ist nicht gleichbedeutend mit einer Vorhersage über die Zukunft. Gerne können Sie sich mit Ihren Fragen und Sorgen persönlich an uns wenden!

Vorbeugen

Brustkrebs: Besondere Vorsicht bei erhöhtem Risiko!

Sollte für Sie ein erhöhtes Risiko festgestellt worden sein, empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an einem besonders engmaschigen und intensiven Früherkennungs- und Vorsorgeprogramm. Dieses umfasst regelmäßige Untersuchungen durch Ultraschall, Mammographie und Magnetresonanztomographie. In besonders kritischen Fällen kann das Risiko für eine Zweiterkrankung oder für einen Eierstockkrebs durch vorsorgliche Operationen reduziert werden.

Bitte besprechen Sie Einzelheiten zu Ihrer persönlichen Vorsorge  mit Ihrem behandelnden Frauenarzt.

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Für Fragen

Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen auch persönlich zur Verfügung unter Telefon 0731 984900