genetics of our "best friend"

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Prof. Dr. med. Horst Hameister

Sehr überraschend hat sich der Hund als ein hervorragendes Modell für die Identifizierung von einfach mendelnden Erkrankungen, aber auch für das viel anspruchsvollere Ziel des Verstehens von komplexen genetischen Erkrankungen herausgestellt. Mit diesem Artikel soll gezeigt werden, welche Besonderheiten diese Entwicklung ermöglicht haben.

Die heute bekannten Hunderassen zeichnen sich durch eine ganz außerordentliche Vielfalt aus. Diese betrifft nicht nur die Größe (Abb. 1), sondern auch viele weitere morphologische Kriterien, wie zum Beispiel Kopfform, Länge der Extremitäten, Fellfarbe, aber auch solche für den Humangenetiker noch schwer zu verstehende Merkmale, wie Charakter und Verhalten.



Abb 1: Größenunterschiede beim Hund (Bild: Mike Flair)



Bekannt ist auch eine sehr unterschiedliche Krankheits- und Tumordisposition der verschiedenen Hunderassen (Tabelle 1). Die Erkrankungen beim Hund sind dank der weitverbreiteten und gut entwickelten Tiermedizin sehr gut beschrieben und analysiert. Es ist kein Geheimnis, dass in Ländern wie unserer Bundesrepublik aber auch in den USA viel mehr Aufwand für die Gesundheit der Hunde betrieben wird, als in vielen anderen Ländern der Welt für die Gesundheit der Menschen.



Tabelle 1: Erkrankungen beim Hund und beim Menschen