Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP)

Beschreibung

Inzidenz

ca. 1% aller Dickdarmkrebserkrankungen

Erscheinungsbild

Multiple Polypen im gesamten Dickdarm, welche unbehandelt obligat entarten und zu Dickdarmkrebs führen. Daneben werden eine kongenitale Hypertrophie des retinalen Pigmentepithels, Osteome, Desmoide und Epidermoidzysten beobachtet. Auch Tumore der Leber, des Zwölffingerdarms und der Schilddrüse treten auf.

Vererbungsweise

autosomal dominant, selten autosomal rezessiv

Pathogenese

Ursächlich ist bei der autosomal dominant vererbten Form eine Keimbahnmutation des APC Gens. Träger einer APC-Mutation können bereits ab dem 10. Lebensjahr an multiplen Polypen im Dickdarm (hunderte bis tausende) erkranken. Das APC-Genprodukt fungiert als Tumorsupressor-Protein. Bei der seltenen autosomal rezessiv vererbten Form werden Mutationen im MUTYH-Gen gefunden. Bei MUTYH-Protein handelt es sich um Enzym, das an zellulären DNA-Reparaturmechanismen beteiligt ist.

Diagnostik

Material

3 ml EDTA-Blut

Methode

DNA-Sequenzierung

Dauer

mehrere Wochen

Kosten

Abrechnung auf Kranken- oder Überweisungsschein nach EBM oder nach GOÄ mit den Krankenkassen. Humangenetische Untersuchungen belasten nicht das Laborbudget.

Therapie

Teilnahme am Früherkennungsprogramm, evtl. prophylaktische Kolektomie

Literatur

Bisgaard et al., Hum Mutat 3:121-125: (1994)
Chung et al., Gastroenterology 119: 854-865 (2000)

Links

OMIM 175100,

OMIM 608456

 

 

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