Faktor-II-Mutation 20210 G > A

Häufiger erblicher Defekt für Prädisposition einer Thrombophilie

Beschreibung

Synonyme

Prothrombin-Mutation (Faktor-II-Mutation 20210 G > A)

Inzidenz

Die Heterozygoteninzidenz liegt bei etwa 1:50.

Erscheinungsbild

Einige Patienten mit homozygotem Defekt zeigen eine schwere thromboembolische Symptomatik. Bei schwangeren Frauen, die eine Prothrombin-Mutation aufweisen und bereits vor der Schwangerschaft Thrombosen hatten, kann eine Thromboseprophylaxe indiziert sein. In einigen Fällen konnte gezeigt werden, dass die Prothrombin-Mutation teilweise mit anderen Risikofaktoren vorkommt, insbesondere mit der Faktor-V-Leiden-Mutation (APC-Resistenz).

Vererbungsweise

Autosomal dominant

Pathogenese

Bei der Prothrombin-Mutation liegt in der 3' untranslatierten Region im Faktor-II-Gen eine Veränderung vor. Es handelt sich hierbei um eine Transition von G>A an Position 20210. Dieser Bereich ist an der Regulation der Genexpression beteiligt. Die Mutation c.20210 G>A führt zu einer erhöhten Prothrombin-Aktivität im Plasma und damit zu einer erhöhten Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Daraus ergibt sich eine erhöhte Thromboseneigung.

Diagnostik

Material

Die Untersuchung kann mit 5 ml EDTA-Blut durchgeführt werden.

Methode

Die Faktor-II-Mutation-20210 G > A wird durch eine mutationsspezifische PCR-Analyse abgeklärt.

Dauer

Die Untersuchungsdauer beträgt 3-5 Tage nach Eingang des Untersuchungsmaterials.

Kosten

Bei bestehender medizinischer Indikation, d. h. wenn auf Grund der Familien- oder Eigenanamnese ein erhöhtes Risiko gegeben bzw. anzunehmen ist, werden die Untersuchungskosten über Kranken- oder Überweisungsschein abgerechnet. Bei Privatpatienten erfolgt die Abrechnung über die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Untersuchungen auf eigenen Wunsch, d. h. wenn keine medizinische Indikation gegeben ist, werden in Anlehnung an die GOÄ (einfacher Steigerungssatz) berechnet und privat in Rechnung gestellt.

Für Kliniken können vorab individuelle Preisverhandlungen erfolgen, ansonsten erfolgt auch hier die Abrechnung nach dem einfachen Steigerungssatz der GOÄ.

Therapie

symptomatisch

Literatur

  1. Poort et al. (1996) Blood 88: 3698-3703
  2. Howard et al. (1997) Blood Coag Fibrinol 78: 316-319
  3. Girling and Swiet (1998) Curr Opin Obstet Gynec 10: 135-144

Links

OMIM 176930

Home Lexikon E-G Faktor-II-Mutation 20210 G > A