DiGeorge-Syndrom

Beschreibung

Synonyme

Thymusaplasie, CATCH 22, contiguous gene syndrome

Inzidenz

1:4000

Erscheinungsbild

Charakteristische Merkmale sind faziale Dysmorphien wie kurze, breite Nase mit evertierter Nasenbodenebene, langer Nasenrücken schmales Philtrum, Hypertelorismus mit kurzen Lidspalten und Epikanthus, tiefsitzende dysplastische Ohren, sowie Herzfehler (vorwiegend conotrunkale Defekte) Thymushypo- und Aplasie mit Immunschwäche, Hypoplasie der Parathyreoidea , Neonatale Hypokalzämie, Krampfanfälle, Gaumenspalte.

Vererbungsweise

Bei über 90% der Patienten ist die Deletion neu entstanden, in wenigen Fällen liegt eine unbalancierte Translokation vor, die entweder neu entstanden ist oder durch eine balancierte Translokation eines Elternteils ererbt wurde. Elternteile ohne Symptomatik können Träger einer Deletion sein.

Pathogenese

Zumeist liegt eine etwa 3Mb Deletion vor. Die chromosomale Region hat aufgrund der Häufung von low copy repeats (LCR) eine erhöhte Brüchigkeit, dadurch treten auch Deletionen unterschiedlicher Größe auf, welche auch die variable Symptomatik erklären. Man spricht dabei von einem „contiguous gene syndrome“.

Diagnostik 

Indikation

V.a. DiGeorge-Syndrom, o.g. Symptomatik in Kombination vorliegend.

Material

2 ml Na- oder Li-Heparin-Blut für Chromosomenanalyse incl. FISH
Chromosomenpräparate bzw. Suspension,
3 ml EDTA-Blut für MLPA und/oder array-CGH

Methode

Kultivierung von Heparinblut mit Chromosomenpräparation, GTG-Bänderung; Auswertung und Karyotypisierung; Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung mit DNA-Sonde TUPLE1-Region zum Deletionsnachweis, alternativ molekulargenetisch MLPA bzw. array-CGH zum Nachweis von Duplikationen und Deletionen, sowie Bestimmung der Größe der Mutation.

Dauer

ca. 2 Wochen

Kosten

Abrechnung auf Kranken- oder Überweisungsschein nach EBM oder nach GOÄ mit den Krankenkassen. Humangenetische Untersuchungen belasten nicht das Laborbudget.

Therapie

nur symptomatisch möglich

Literatur

DiGeorge, A. M. Birth Defects Orig. Art. Ser. IV(1): 116-121, 1968

Driscoll, D. Aet al.  J. Med. Genet. 30: 813-817, 1993. 

Links

OMIM 188400

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