Alpha-1-Antitrypsin (PiS,PiZ,PiM)

Beschreibung

Synonyme

Laurell-Eriksson-Syndrom, Proteaseinhibitormangel

Inzidenz

1:2000-7000

Erscheinungsbild

Degenerative Lungen- und Leberveränderungen variabler Ausprägung (Lungenemphysem, Leberzirrhose), in Abhängigkeit von Umweltfaktoren wie Tabakrauch und Alkohol liegt das Manifestationsalter bei 30-50 Jahren.

Vererbungsweise

autosomal rezessiv

Pathogenese

Alpha-1-Antitrypsin stellt einen wichtigen Proteinaseinhibitor dar. Beim Laurell-Eriksson-Syndrom kommt es zu einer Akkumulation von Alpha-1-Antitrypsin in Hepatozyten und dadurch zu einem Mangel im Zellplasma. Dies kann zu Zellschäden in der Leber und aufgrund der verminderten Hemmung der Leukozyten-Elastase im Plasma zur Zerstörung des Lungengewebes führen. In der europäischen Bevölkerung sind die Mangelallele PIZ und PIS häufig. Das Mangelallel PIS hat nur in compound-heterozygoter Konstellation mit dem Mangelallel PIZ einen möglichen Krankheitswert.

Diagnostik

Indikationen

  • obstruktive chronische Lungenerkrankungen im Erwachsenenalter
  • Lebererkrankungen unklarer Ursache im Jugend- und Erwachsenenalter (prolongierter Neugeborenenikterus, Hepatitis, Leberzirrhose, Hepatomegalie)
  • erniedrigte Blutplasmaspiegel von Alpha-1-Antitrypsin

Material

3-5 ml EDTA-Blut

Methode

Nachweis der häufigsten Allele PIM (Wildtyp), PIZ (p.E342K) und PIS (p.E264V) mittels Sequenzanalyse Abklärung seltener AAT-Allele mittels isoelektrischer Fokussierung (Serum)

Dauer

1-2 Wochen

Kosten

Abrechnung auf Kranken-oder Überweisungsschein nach EBM oder nach GOÄ mit den Krankenkassen. Humangenetische Untersuchungen belasten nicht das Laborbudget.

Therapie

symptomatisch bzw. vorbeugende Maßnahmen (Nikotinabstinenz, Infektbekämpfung, Substitutionstherapie mit Alpha-1-Antitrypsin, ggf. Lebertransplantation

Literatur

  1. Costa et al., Eur Respir J 15: 1111-1115 (2000)Chappell et al., Hum Mut 24: 535-536 (2004)

 Links

OMIM 107400

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