| Name | Gen | OMIM-Erkrankung | Material | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| Wilson, Morbus | ATP7B | 277900 | 2 ml EDTA-Blut | 2-3 Wochen |
(Wilson Erkrankung, Kupferspeicherkrankheit)
ca. 1:35000
Das klinische Bild ist geprägt von hepatischen, neurologischen oder psychiatrischen Störungen, die erstmals im Alter von 3 bis 50 Jahren auftreten können. Oft sind neurologische Symptome wie Bewegungsstörungen, Schreib- oder Sprechstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten, die sich als Depressionen, neurotisches Verhalten sowie Desorganisation manifestieren können, die ersten Erscheinungsbilder der Erkrankung. Die Leberschädigung setzt meist schon vorher unbemerkt ein und ist heterogen. Sie kann eine Lebervergrößerung oder Leberentzündung (Hepatitis) verursachen und bis zur Leberzirrhose fortschreiten. Bei der Augenuntersuchung fällt oft ein sogenannter Kayser-Fleischer-Ring auf, hervorgerufen durch gelbliche ringförmige Kupfereinlagerungen in die Cornea.
autosomal rezessiv
Die molekulare Ursache des Morbus Wilson ist ein Defekt im Kupfer transportierenden Protein ATPase 2 (ATP7B). Die Folge ist eine gestörte Ausscheidung von Kupfer über Galle und Darm und eine sukzessive Speicherung vor allem in der Leber, im Gehirn, in den Nieren und in der Cornea des Auges. Ursache für den Enzymdefekt sind Mutationen im dafür kodierenden Gen ATP7B auf Chromosom 13. Bislang wurden über 270 Mutationen gefunden, die zur Beeinträchtigung oder zum Ausfall des ATP7B-Proteins führen.
Verdacht auf Wilson Erkrankung, bei unklaren neurologisch-psychiatrischen Symptomen ab dem 10. Lebensjahr, Kayser-Fleischer-Kornealring, hämolytische Anämie, gesteigerte Kupferausscheidung im Urin, bei unklarer Lebererkrankung
3 ml EDTA-Blut
Sequenzanalyse im ATP7B-Gen im Rahmen einer Stufendiagnostik (3 Stufen)
2-4 Wochen
Abrechnung auf Kranken-oder Überweisungsschein nach EBM oder nach GOÄ mit den Krankenkassen. Humangenetische Untersuchungen belasten nicht das Laborbudget.
symptomatisch durch medikamentöse Behandlung sowie kupferarme Ernährung